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Transformation

Wie können wir in diesem digitalen Zeitalter erfolgreich sein?

 

Wir müssen einen Schritt voraus sein!

Fernando Carroquino, Industrial Director bei SAICA Paper, skizziert im Gespräch mit Frank Opletal, Chief Technology Officer bei Voith Paper, seine Ansichten und Visionen auf.

Frank Opletal, Chief Technology Officer bei Voith Paper und Fernando Carroquino, Industrial Director bei SAICA Paper
 

Frank Opletal: Industrie 4.0, Internet der Dinge, Big Data – all das wird unter dem Stichwort der digitalen Transformation gehandelt. Was bedeutet Digitalisierung für Dich?

Fernando Carroquino: Wir hören diese Schlagworte sehr oft. Für mich bedeutet Digitalisierung nicht, die Dinge zu verkomplizieren, sondern steht für ihre Vereinfachung und die Unterstützung von Lean Management. Sie wird dazu beitragen unwichtige Daten auszusortieren, damit wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können.

Wir werden also mit digitalen Tools, basierend auf menschlichem Intellekt, bessere Entscheidungen treffen?

Ganz genau. Wir brauchen Computer um kleine, alltägliche Probleme zu bewältigen. Aber wir brauchen Menschen um an Verbesserungen zu arbeiten. Die Digitalisierung dient nicht dazu Menschen zu ersetzen, sie ist ein Werkzeug, um ihnen neue Fähigkeiten zu verleihen.

Aus diesem Blickwinkel stellt die Digitalisierung für Menschen und Unternehmen einen großen Vorteil dar. Wo siehst Du die Herausforderungen?

In der vorausschauenden Analyse. Gegenwärtig findet die Qualitätskontrolle am Ende der Produktionslinie statt. Das ist zu spät, und es ist nicht der Weg in die Zukunft. Man sollte die Papierqualität schon kennen, bevor man am Tambour eine Probe entnimmt. Wir müssen immer einen Schritt voraus sein.

Stell Dir ein Cockpit mit den relevanten Maximal- und Minimalparametern für eine gleichmäßigere Produktion vor. Dieses Cockpit wird auch einen bevorstehenden Bahnabriss anzeigen – und Dir außerdem sagen, was Du sofort korrigieren musst, um ihn zu verhindern.

Wie inspirierst Du die Menschen, sich für neue Wege zu öffnen?

Mein Team inspiriert mich. Es sucht ständig nach Wegen, Verbesserungen vorzunehmen.

Saragossa

SAICA wurde 1943 im spanischen Saragossa gegründet. Die Papiersparte betreibt vier Fabriken in Spanien, Frankreich und England mit sieben Papiermaschinen.

2,4 Mio. t

Heute ist das Unternehmen mit einer jährlichen Produktionskapazität von 2,4 Millionen Tonnen ein führender Anbieter von Wellpappenprodukten.

 

Ich bin ganz Deiner Meinung. Ein Tool für Just-in-Time Vorhersagen ist entscheidend, um die Runnability zu verbessern. Wenn Du an Services und Wartung denkst: Was erwartest Du in diesem Bereich?

Im Moment basiert Preventive Maintenance auf historischem Wissen. Bessere Daten und Systeme werden uns darüber informieren, dass es Variablen gibt, die zu Kosteneinsparungen führen. Für die Zukunft sehe ich die Implementierung von vorbeugender Fernwartung, mit Zugriff und Kommunikation zwischen allen Standorten von einem Ort aus. Natürlich geben wir auch jetzt Informationen weiter, aber das ist weder unmittelbar noch einfach. Manager müssen in der Lage sein Effizienzmaßnahmen sofort kopieren und umsetzen zu können. Die Standardisierung von Prozessen ist ein wichtiger Bestandteil der Digitalisierung.

Wird dafür nicht eine neue Art des Arbeitens erforderlich sein?

Absolut. Das Konzept „Mein Wissen ist mein Schatz“ gehört der Vergangenheit an. Jetzt sprechen wir darüber unser Wissen in eine Cloud zu geben und sämtliche Informationen intern zwischen unseren Produktionslinien zu teilen. Dafür ist eine sehr offene Haltung die Voraussetzung. Wenn wir jedoch all unser Wissen in die Cloud geben, wird die Sicherheit zu einem entscheiden- den Faktor.

Wir bei Voith sind uns voll und ganz bewusst, dass der Datenzugriff nach höchsten Standards geschützt werden muss. Das ist die technische Seite. Aber wie insprierst Du die Menschen sich dafür zu öffnen?

Eigentlich inspiriert mein Team mich. Es sucht ständig nach Wegen Verbesserungen vorzunehmen. Es gehört zu unserer Unternehmensphilosophie die Menschen zu schätzen und darauf zu vertrauen, dass sie die Arbeit tun, für die sie qualifiziert sind. Zuhause nutzen dieselben Menschen Tag für Tag Technologie und sind einen Schritt voraus. Geben wir ihnen die Werkzeuge, um Dinge auszuprobieren. Bei SAICA gibt es kein Mikromanagement. Wir waren uns stets bewusst, wie wichtig die Übergabe von Verantwortung ist und dass Scheitern die Voraussetzung für den Fortschritt ist. Fehler sind Bestandteil des Fortschritts – wir sanktionieren sie nicht.

Das ist eine großartige Kultur, eine Kultur, die auch unserem Ansatz entspricht. Zum Abschluss: Worin siehst Du einen bahnbrechenden technologischen Durchbruch?

Das ist vielleicht nur ein Traum, aber ich hätte gerne eine exakte virtuelle Kopie der SAICA-Maschinen für Versuchszwecke. Stelle Dir vor, wenn Voith uns die Daten für einen bestimmten Filz liefern könnte, könnten wir dies in unsere virtuelle Maschine speisen und überwachen, was passiert. Reduzierte Risiken, Kosteneinsparungen, höhere Geschwindigkeit. Ein Traum.

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