Strategie & Management

Nachhaltige Unternehmensführung

Nachhaltigkeit ist eine Querschnittsaufgabe

Wir schätzen unsere langjährige Tradition, zugleich entwickeln wir Strategien, um den Entwicklungen am Markt immer einen Schritt voraus zu sein. Das gilt auch im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit: Seit jeher ist Nachhaltigkeit ein selbstverständlicher Teil unserer unternehmerischen Verantwortung. Als Weltkonzern stehen wir heute vor der Aufgabe, dieses Selbstverständnis strategisch zu verankern, effektiv zu managen und stetig voranzubringen. Dafür hat Voith Strukturen und Organisationen geschaffen.

 „Es liegt in unserer Verantwortung, ökologisch sauber, fair und langfristig erfolgreich zu wirtschaften. Dieser Dreiklang ist unser Antrieb“, sagt Dr. Hubert Lienhard, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung. Voith will in jeglicher Hinsicht nachhaltig wirtschaften, um nachfolgenden Generationen Chancen zu eröffnen, statt sie ihnen zu verbauen. Es geht uns nicht nur um Technologieführerschaft in unserer Branche, wir wollen führend werden, was die Nachhaltigkeit des Unternehmens angeht.

Mit diesem Verständnis von Nachhaltigkeit greift Voith die Tradition und den Stil des Unternehmens in Familienbesitz auf und setzt sich zugleich ehrgeizige Ziele für die Zukunft.

 

Anspruch, Handlungsfelder und strategische Ziele

Ressourcenverknappung, Klimawandel, Urbanisierung, Mobilität, Globalisierung und nicht zuletzt der demografische Wandel sind die Megatrends unserer Zeit. Als treibende Kräfte in der globalisierten Welt beeinflussen diese Megatrends unser Unternehmen und damit auch unsere Strategie. Wenn wir als Unternehmen nachhaltig sein wollen, müssen wir die sich hieraus ergebenden Chancen und Risiken erkennen und managen, um nachhaltig Werte zu schaffen.


Eine nachhaltige Wirtschaftsweise sehen wir als Chance, unseren Unternehmenserfolg weiter auszubauen, eventuelle Geschäftsrisiken zu vermeiden und neue Möglichkeiten für Voith zu nutzen. Daher haben wir Nachhaltigkeit als festes Gestaltungsprinzip unseres Handelns in unserem Unternehmen verankert. Es zieht sich durch die gesamte Wertschöpfungskette und bestimmt alle Prozesse und Abläufe.

 

Organisation

Nachhaltigkeit ist eine Querschnittsaufgabe

Nachhaltigkeit ist eine Querschnittsaufgabe, die von der Konzerngeschäftsführung, den Konzernbereichen und den Fachbereichen getragen wird. Zur systematischen Verankerung und strategischen Ausrichtung der Nachhaltigkeitsaktivitäten im Konzern wurde im ersten Quartal 2009 auf Beschluss der Konzernleitung die Zentralfunktion Corporate Sustainability ins Leben gerufen. Im Herbst 2009 wurde dann ergänzend das Corporate Sustainability Council als Steuerungsgremium gegründet. Im Berichtsjahr 2010/2011 sind weitere organisatorische Strukturen geschaffen worden.

Strukturen und Verantwortlichkeiten des Nachhaltigkeitsmanagements

In nur zwei Jahren wurde bei Voith eine Nachhaltigkeitsorganisation etabliert, die die divisionale Struktur des Voith Konzerns berücksichtigt und alle Konzernbereiche mit einbezieht.

Stakeholderdialog

Wesentliche Stakeholder des Unternehmens

Die Voith-Familie, Gesellschafterausschuss, Aufsichtsrat und Betriebsrat, Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Kapitalgeber, Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie Nichtregierungsorganisationen und die interessierte Öffentlichkeit, darunter Medien, Politik und Verbände – sie alle sind Stakeholder, die sowohl auf lokaler als auch auf globaler Ebene vielfältige Ansprüche an unser Unternehmen stellen.

 

Wie wir den Dialog bislang führen

Mit seinen Stakeholdern steht Voith zu unterschiedlichen Themen auf allen Ebenen und auf vielfältige Weise in Kontakt. Zum Beispiel:

 

Mit unseren Mitarbeitern: Durch die unternehmerische und betriebliche Mitbestimmung haben unsere Mitarbeiter die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Jährlich stattfindende Mitarbeitergespräche geben zudem Raum für die Anliegen jedes Einzelnen. Darüber hinaus können unsere Mitarbeiter ihre Ideen und Verbesserungsvorschläge zu den verschiedensten Themen, darunter auch Nachhaltigkeit, über unser Ideenmanagement aktiv einbringen. Hierfür hat Voith unter anderem das E-Mail-Postfach ideas@voith.de eingerichtet. Die besten Ideen werden von Voith prämiert und besonders ausgezeichnet.

 

Mit unseren Kunden: Ein direkter Dialog mit unseren Kunden findet zum einen durch die zum Teil sehr enge Zusammenarbeit im täglichen Geschäft statt. Aber auch über Befragungen holen wir uns ein Feedback von unseren Kunden ein. Voith überprüft die Zufriedenheit seiner Kunden regelmäßig. Dazu gibt es in allen Geschäftsbereichen Prozesse, mit denen sie gemessen, analysiert und dokumentiert wird.

 

News and Stories

Small is beautiful

Die Einhaltung von gängigen Umwelt- und Sozialstandards ist für alle Geschäftspartner von Voith, die einen Beitrag zur Wertschöpfungskette leisten, verbindlich. Darüber hinaus gelten in vielen Regionen zusätzliche Anforderungen. So erwarten beispielsweise Kunden in den USA, dass Voith sich an Vorgaben hält, die in einem staatlichen Programm zur Förderung kleiner Unternehmen festgelegt sind.

Somasundram Pillai, Einkaufsleiter von Voith Hydro in York (USA), ist ständig auf der Suche nach qualifizierten, kleinen Unternehmen, von denen Waren und Dienstleistungen bezogen werden können, und zwar sowohl für öffentliche als auch für private Wasserkraftprojekte. „Natürlich bekommen kleine Unternehmen nur dann den Zuschlag, wenn die angebotene Leistung und der Preis vergleichbar mit denen von anderen Unternehmen sind. Durch dieses Vorgehen geben wir kleinen und von Minderheiten geführten Unternehmen die Möglichkeit, sich an unseren Projekten zu beteiligen“, erklärt Pillai.

Schon seit den 1950er Jahren fördert die US-amerikanische Regierung kleine und mittelständische Unternehmen (Small Business Enterprises = SBE) mit Programmen, die allen Bürgern – unabhängig von Herkunft, Alter und Geschlecht – die Teilhabe am Wirtschaftsleben ermöglichen sollen. Dazu zählen heute auch die sogenannten Minority Business Enterprises (= MBE). Das sind Betriebe, die in Besitz oder unter der Führung von wirtschaftlich benachteiligten Bevölkerungsgruppen sind, darunter Frauen, Menschen mit Behinderungen oder Bürger mit afrikanischen, asiatischen, Hispano- oder First- Nations-Vorfahren.

Voith Hydro in York richtet sein Lieferantenmanagement bereits seit über 60 Jahren auf dieses Ziel aus. Die Mitarbeiter im Beschaffungswesen nehmen regelmäßig an Trainings und Informationsveranstaltungen teil und können so qualifizierte SBEs und MBEs gezielt auswählen. Kunden informiert Voith Hydro regelmäßig über seine Lieferanten und den Anteil der SBEs und MBEs am Lieferumfang. In manchen Jahren beträgt er bis zu einem Viertel des gesamten Beschaffungsvolumens. „Viele unserer europäischen Kollegen kennen diese Art der Wirtschaftsförderung gar nicht und sind begeistert über den einfachen, aber effizienten Hebel“, sagt Pillai. Auch aus Sicht der Mitarbeiter ist die langjährige und gute Zusammenarbeit mit kleinen Unternehmen ein Erfolg für alle Beteiligten.

„Wir beziehen nachhaltiges Handeln auf die gesamte Wertschöpfungskette unseres Unternehmens.“

Dr. Hermann Jung, Mitglied der Konzerngeschäftsführung