Wasserkraft – mehr Energie fürs Weltklima

21. UN-Klimakonferenz (COP21) in Paris gestartet

Wasserkraft – mehr Energie fürs Weltklima

Die 21. UN-Klimakonferenz (COP21) in Paris gestartet

Vom 30. November bis 11. Dezember 2015 findet in Paris die 21. UN-Klimakonferenz (COP21) statt. Rund 150 Staats- und Regierungschefs sind beim Auftakt der Konferenz vertreten. Die Delegierten aller 195 Mitgliedsstaaten der UN-Klimakonvention sollen dort unter anderem den Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997 mit verbindlichen Klimaschutzzielen beschließen.

Nur eines der wichtigen Ziele von COP21: die globale Erderwärmung bis auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die weltweiten Emissionen der sogenannten Treibhausgase, vor allem Kohlenstoffdioxid, bis 2050 um 40-70 Prozent (im Vergleich zu den Werten von 2010) reduziert werden.  

Ein ehrgeiziges Vorhaben. Um dieses zu verwirklichen, muss vor allem die Stromerzeugung radikal umgebaut werden. Denn nach Angaben von Organisationen wie dem Institute for Climate Economics ist der weltweite CO2-Ausstoß, der bei der Stromerzeugung entsteht, seit 1990 um 79 Prozent gestiegen.

Eine nachhaltige und saubere Stromversorgung – hier vor allem Maßnahmen zur Energieeinsparung, zur Verbesserung der Energieeffizienz und der zügige Ausbau einer Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien – ist also einer der entscheidenden Hebel, um die Klimaziele zu erreichen.

Globale Klimaerwärmung begrenzen – Wasserkraft leistet wichtigen Beitrag

Insbesondere der Wasserkraft kommt eine Schlüsselrolle bei der nachhaltigen und umweltfreundlichen Energieerzeugung aus regenerativen Energien zu. Schon heute werden über 80 Prozent der weltweit erzeugten erneuerbaren Energie aus Wasserkraft gewonnen.

Damit gehört Wasserkraft zu den attraktivsten und zuverlässigsten Energieformen – und bietet vier große Vorteile:

  • Sie ist CO2-emissionsarm
  • Sie ist unendlich verfügbar
  • Sie ist grundlastfähig, also im Gegensatz etwa zu Wind oder Sonne zuverlässig verfügbar
  • Sie ist speicherfähig.

Zudem gehören Wasserkraftwerke zu den wirtschaftlich rentabelsten Energieerzeugern: Sie haben den höchsten Wirkungsgrad aller bekannten Arten der Energiegewinnung. Wasserkraft ist heute die einzige regenerative Energiequelle, die in industriellem Maßstab Strom zu wettbewerbsfähigen Preisen liefert.

Energieversorgung mit Wasserkraft ist darüber hinaus Wegbereiter für wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftliche Entwicklung: Kleinwasserkraftwerke können in Afrika oder Asien zum Beispiel herkömmliche und klimaschädliche Energieerzeuger wie Dieselgeneratoren ersetzen – und eine dauerhaft saubere, zuverlässige und kostengünstige Stromerzeugung sicherstellen.

Mehr über die Vorteile von Energieerzeugung mit Wasserkraft unter www.wasserkraft.info.

Neun gute Gründe für Wasserkraft

„Ohne Wasserkraft werden die weltweiten Klimaziele kaum erreicht“

Sicher, sauber, zuverlässig, immer verfügbar – die Vorteile einer nachhaltigen Stromerzeugung mit Wasserkraft liegen klar auf der Hand. Wie Wasserkraft zum Klimaschutz beitragen kann, erläutert Dr. Roland Münch, Mitglied der Konzerngeschäftsführung Voith GmbH & Co. KGaA und CEO Voith Hydro.

1. Die 21. UN-Klimakonferenz hat begonnen. Welche konkreten Ergebnisse erwarten Sie?

Die Folgen des Klimawandels waren auch in 2015 weltweit spürbar. Ich denke da an die lange Dürrezeit in Kalifornien, Taifune in Asien, Hitzewellen und Hochwasser in Europa. Diese Entwicklung müssen wir stoppen. Wir müssen hier an die künftigen Generationen denken. Ich hoffe daher, dass sich die Staaten tatsächlich nun auf verbindliche und realistische Ziele einigen. Und dass sie gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Vor allem aber, dass alle Staaten konsequent handeln und sich an diese Vereinbarungen halten. Das geht nur wenn die Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam an einem Strang ziehen.

2. Was müssen wir aus Ihrer Sicht als erstes angehen, um eines der Ziele, die globale Erderwärmung um zwei Grad zu begrenzen, zu erreichen?

Es müssen gangbare Kompromisse her, bei denen eben alle mitgenommen werden. Das heißt, wir müssen gemeinsam Kompromisse suchen und finden: Die Entwicklungs- und Schwellenländer brauchen für weiteres Wirtschaftswachstum und Fortschritte in der sozialen Entwicklung eine zuverlässige und stabile Stromversorgung: Ohne eine stabile Stromversorgung ist der weitere Ausbau der notwendigen Infrastrukturen – Energie- und Verkehrsnetze, Bildungseinrichtungen, Krankenhäuser etc. – nicht machbar. Und ohne Infrastruktur kann es keine nachhaltig funktionierende Wirtschaft und keine funktionierenden Gesellschaftssysteme geben. Klar ist, dass jedes Land einen Anspruch auf seine Weiterentwicklung hat; das können wir keinem Bürger dieser Erde absprechen.

3. Welche Rolle spielt der Einsatz der Wasserkraft in den Schwellenländern?

Die Wasserkraft ist insbesondere für Länder in Asien, Afrika oder Südamerika eine attraktive, zukunftsträchtige und nachhaltige Alternative, im Gegensatz etwa zu Energieerzeugern wie Dieselgeneratoren. Denn Strom aus Dieselgeneratoren verursacht eben das klimaschädliche CO2, ist zudem teuer und der Treibstoff ist vielerorts schwer zu beschaffen. In vielen Ländern sind erhebliche Potenziale für kleine und größere Kraftwerke vorhanden.

4. Welchen konkreten Beitrag kann aus Ihrer Sicht hier die Wasserkraft leisten?

Wasserkraft hat immense Vorteile. Erstens: Stromerzeugung aus Wasserkraft ist vielseitig: Große Wasserkraftwerke können den Energiehunger aufstrebender Nationen wie Brasilien oder China stillen, während kleine Wasserkraftwerke eine lokale und dezentrale Stromversorgung möglich machen. Zweitens: Wasserkraft ist grundlastfähig. Im Gegensatz zu Wind oder Sonne ist Wasserkraft dauerhaft verfügbar und keinen Schwankungen unterlegen. Und damit auch wiederum zuverlässig verfügbar. Drittens: Kaum eine andere Energiequelle lässt sich so gut speichern, wie Wasser. Und viertens: Wasserkraftwerke haben einen hohen Wirkungsgrad, sind extrem langlebig und wirtschaftlich attraktiv. So manch ein Wasserkraftwerk wie etwa das an den Niagarafällen, ist seit mehr als 100 Jahren in Betrieb.

5. Welche Maßnahmen sind nötig um Wasserkraft als eine wichtige und verlässliche Säule im weltweiten Energiemix weiter zu fördern und auszubauen?

Für das Erreichen der Ziele ist ein starker politischer Wille nötig. Zum Beispiel können Genehmigungsverfahren für Wasserkraftprojekte mehrere Jahre dauern. Hier muss sich in der Gesetzgebung vieler Staaten was ändern. Auch der Wille zu einer effizienten, länderübergreifende Zusammenarbeit ohne bürokratische Hürden und Beschränkungen ist für Voraussetzung für den weiteren Ausbau der Wasserkraft. Denken Sie an die Möglichkeiten der Speicherung im Gebirge – Österreich und die Schweiz könnten Strom aus und für Deutschland speichern. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Finanzierung. Nur mit langfristig und robust ausgelegten Finanzierungskonzepten lässt sich gewährleisten, dass Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards wie wir sie in Europa gewohnt sind, in den Projekten angewendet werden. Natürlich müssen dabei die Finanzierungen auch die Projektrisiken abdecken.

Klar ist: Wasserkraft hat noch viel Potenzial. Ein Beispiel: Die derzeit installierte Leistung liegt in Afrika bei 26 Gigawatt, technisch realisierbar wären ca. 435 Gigawatt. Und selbst in einem Land wie Deutschland gibt es noch ungenutztes Potential: Bundesweit gibt es 50.000 Dämme und nur 7.000 davon werden energetisch zur Stromerzeugung genutzt.

Wir bei Voith sind bereit: Wir sind global aktiv und haben das nötige Know-how, um für jedes Projekt und jede Einsatzmöglichkeit die passenden Technologien zu liefern. Wir wollen unseren Beitrag leisten, um den entscheidenden Schritt in Richtung nachhaltiger Stromversorgung sowie Treibhausgasreduktion machen. Wir wollen den Klimawandel stoppen.