Meilensteine

Von Heidenheim in die ganze Welt

Die Entwicklung des schwäbischen Familienunternehmens zum
internationalen Konzern

Alles beginnt in einer Schlosserei in Heidenheim. Hier schafft Johann Matthäus Voith die Grundlagen für die
industrielle Papierherstellung. Entdecken Sie die spannende Unternehmensgeschichte von Voith.

Es beginnt in einer Schlosserei:
J. M. Voith schafft die Grundlagen für die industrielle Papierherstellung
(1825-1867)

1825

Im Jahr 1825 übernimmt der 22-jährige Johann Matthäus Voith den Schlosserei-Betrieb seines Vaters. Zu diesem Zeitpunkt sind fünf Handwerksmeister in der mechanischen Werkstatt beschäftigt. Johann Matthäus Voith und seine Mitarbeiter führen vor allem Reparaturarbeiten an Wasserrädern und Papiermühlen aus.

1830

Bereits im Jahr 1830 beteiligt sich Johann Matthäus Voith mit seinem Betrieb am Bau einer Papiermaschine von Johann Widmann aus Heilbronn.

1848

Voith entwickelt nach dem Patent von Friedrich Gottlob Keller die ersten Holzschleifer. Er legt damit den Grundstock für das Industrie-
unternehmen Voith.

1856

Der Heidenheimer Papierfabrikant Heinrich Voelter und Johann Matthäus Voith schließen einen Vertrag über die Konstruktion und den Bau von Holzschleiferei-Maschinen. Ihr erster Auftraggeber ist die sächsische Papierfabrik Kübler und Niethammer.

1864

Als Johann Matthäus Voith 61 Jahre alt ist, tritt sein Sohn Friedrich Voith in das Familienunternehmen, die "Mechanische Werkstätte und Eisengießerei", ein, um sich auf die Nachfolge vorzubereiten. Der Betrieb zählt 1864 35 Mitarbeiter.

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„Von der Schwäbischen Alb in die weite Welt“:
Von der Schlosserei zum Industrieunternehmen
(1867 - 1913)

1867

Der 1. Januar 1867 ist offizieller Gründungstag der Firma J.M. Voith. Zu diesem Zeitpunkt arbeiten 30 Mitarbeiter in dem Unternehmen. Im selben Jahr erfolgt die Übergabe des Geschäfts von Johann Matthäus Voith an seinen Sohn Friedrich.

1869

Unter der Führung von Friedrich Voith entwickelt die Firma die Holzschleifer-Technik konsequent weiter. 1869 erhält Voith das erste Patent für einen Holzschleifer mit Zahnstangen-Anpressung.

1870

Die Produktbereiche des Unter-
nehmens – Papiermaschinen und Stofftechnik – werden um einen weiteren Geschäftszweig ergänzt.
Durch die Aufnahme des Wasser-
turbinenbaus mit einer 100 PS-Henschel-Jonval Turbine gehören
von nun an auch Turbinen zu der Produktpalette von Voith.

1873

Auf der Weltausstellung in Wien präsentieren Friedrich Voith und Heinrich Voelter den Voith-Schleifer.
Für ihre Entwicklung erhalten sie die Fortschrittsmedaille. Im selben Jahr liefert Voith die erste Francis-Turbine an die Weberei C.F. Ploucquet in Heidenheim.

1879

1879 wird der erste Voith-Turbinenregler konstruiert und gebaut. Die ersten Turbinen waren ursprünglich für den mechanischen Antrieb von Maschinen bestimmt. Mit der Elektrifizierung dienen Wasserturbinen jedoch vorwiegend der Erzeugung von elektrischem Strom.

1881

Voith fertigt die erste komplette Voith-Papiermaschine PM1 mit 2,35 Metern Siebbreite 1881 für die Firma Raithelhuber, Bezner u. Cie. in Gemmrigheim.
Der Auftraggeber ist voll des Lobes: „Die Maschine lief von Anfang an ohne jeden Anstand.“

1892

Zum 25-jährigen Bestehen der Firma Voith kündigt sich ein besonderer Gast an: Am 2. Juli besucht König Wilhelm II. Voith. Die Belegschaft, die 1892 bereits auf 330 Mitarbeiter angewachsen ist, erscheint im Festgewand zur Arbeit.

1893

Ab 1893 nimmt die Firma J.M. Voith den Bau von Pelton Turbinen auf. Für Friedrich Voith ist die Fertigung der Freistrahlturbinen ein weiterer Fortschritt in wirtschaftlicher wie technologischer Hinsicht. Für ihn ist der Kontakt zu Wissenschaft und Forschung essenziell: „Wer im ökonomischen Wettbewerb bestehen will, muss technologisch die Nase vorn haben.“

1899

Voith liefert die erste Papiermaschine nach Russland.

1903

1903 eröffnet Friedrich Voith das erste Voith-Tochterwerk im niederösterreichischen St. Pölten mit 230 Mitarbeitern, um sich von diesem Standort aus die Märkte in Österreich-Ungarn und Russland zu erschließen. Im Mutterwerk in Heidenheim ist die Zahl der Mitarbeiter mittlerweile auf 1.000 gestiegen. Voith erhält im selben Jahr einen Auftrag zum Bau der größten Turbinen der Welt: zwölf Francis-Turbinen mit je 12.000 PS für die Kraftwerke an den Niagarafällen in den USA und Kanada

1908

Im Jahr 1908 nimmt die erste hydraulische Versuchsanstalt Brunnenmühle in Heidenheim ihren Betrieb auf und markiert einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung des Unternehmens.

1910

Voith liefert die Turbinen für das erste chinesische Wasserkraftwerk überhaupt, Shi Long Ba (Provinz Yunnan).

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Aus Erfindungen werden Basistechnologien:
Hydrodynamische Antriebe, Voith Schneider Propeller und Kaplan-Turbine
(1913 - 1945)

1913

Bei seinem Tode hinterlässt Friedrich Voith seinen drei Söhnen Walter, Hermann und Hanns eine Maschinen-
fabrik mit 3.000 Beschäftigten. In demselben Jahr baut Voith die bislang größte Papiermaschine für Zeitungs-
druck mit 5,20 Meter Siebbreite für Holmen Bruks im schwedischen Hallstavik.

1922

Die Kaplan-Turbine, benannt nach ihrem Erfinder Prof. Viktor Kaplan und 1.100 PS stark, wird erstmals gebaut. Im selben Jahr beginnt Voith mit der Aufnahme des Zahnradgetriebebaus.

1927

Im Jahr 1927 meldet der Ingenieur Ernst Schneider gemeinsam mit der Firma Voith in Sankt Pölten ein Patent für den  Voith-Schneider-Propeller an, der im Jahr zuvor nach den Plänen des Wiener Ingenieurs entstanden ist. Das Besondere: Der Schiffsantrieb, der zugleich die Steuerung übernimmt, erlaubt eine bis dato nicht mögliche Manövrierfähigkeit von Schiffen.

1928

 Das erste Schiff, der “Uhu“, das mit einem Voith-Schneider-Propeller ausgerüstet ist, läuft vom Stapel.

1929

Voith schließt einen Lizenzvertrag mit Hermann Föttinger über eine hydrodynamische Kupplung, Bremse und Wandler. Das Unternehmen beginnt mit dem Bau der ersten Turbokupplungen.

1934

Im Jahr 1934 erfolgt die erste Lieferung des ersten Voith-Turbogetriebes für einen dieselhydraulischen Schienenbus an die Österreichische Bundesbahn.

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Wiederaufbau und weltweite Präsenz:
Pioniere in der Papier-Recycling-Technologie, erste Schritte zur Internationalisierung
(1945 - 1983)

1950

Nach dem Tod seiner Brüder über-
nimmt Hanns Voith die Leitung des Unternehmens. 1950 beginnt Voith die Entwicklung von automatischen Differential-Wandlergetrieben für Stadtomnibusse.

1951

1951 läuft der erste Voith-Wassertrecker "Biene" vom Stapel.

1956

Voith eröffnet ein Zweigwerk in  Crailsheim und produziert dort Turbokupplungen. Im gleichen Jahr exportiert Voith das erste Turbogetriebe in die Vereinigten Staaten.

1957

1957 wird Hugo Rupf Geschäftsführer an der Seite von Hanns Voith. Hugo Rupf ist der erste Unternehmensleiter, der nicht der Familie Voith angehört.

1960

Voith gehört zu den Pionieren des Papier-Recyclings. Das Unternehmen entwickelt zusammen mit den Papierfabriken Palm und Haindl ein neues Flotations-Deinking-Verfahren zur Gewinnung von Papierfaserstoff aus Altpapier. Mit diesem Prozess ist es möglich, aus Altpapier die Druckfarben zu entfernen und neues, hochwertiges Papier herzustellen.

1961

Im Jahr 1961 liefert die Voith GmbH die bislang größte Zeitungsdruckpapiermaschine Europas mit 8,3 Metern Siebbreite an das Verlagshaus Ahlström im finnischen Warkaus aus. In Crailsheim entsteht derweil die erste Voith Turbo-Regelkupplung.

1963

Für den Ausbau der Antriebstechnik wird die Expansion in Fertigungskapazitäten notwendig. 1963 nimmt das Werk in Garching bei München die Produktion von Automatikgetrieben für Busse auf.

1964

Voith gründet ein Zweigwerk in São Paulo, Brasilien.

1966

Für die Papierfabrik Holmens Bruks in Hallstavik in Schweden baut Voith die bislang größte Zeitungsdruckpapiermaschine der Welt mit einer Siebbreite von 9 Metern. Es folgt eine Bestellung aus den USA für zwei der größten Freistrahlturbinen der Welt mit einer Leistung von 226.000 PS. Ebenso stark sind die vier Francis-Turbinen, die Voith nach Estreito in Brasilien liefert.

1978

Voith erhält den Auftrag über die Lieferung von 12 Turbinen für das Wasserkraftwerk Itaipu in Brasilien, das leistungsstärkste Wasserkraftwerk der Welt.

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Akquisitionen, Joint-Ventures und Investitionen in Forschung und Technik
(1983 - heute)

1983

Im Jahr 1983 steigt Voith in ein neues Geschäftsfeld ein: Mit der Übernahme der Firma Appleton Mills in Appleton/USA gehört nun auch der Bereich Bespannungstechnik zu der Produktpalette von Voith.

1985

Im Werk Crailsheim entwickelt und baut Voith den ersten Mehrkreisregelantrieb Vorecon.

1989

Im Jahr des Mauerfalls erichtet Voith in Schongau im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau die bislang größte Deinking-Anlage Europas zur industriellen Herstellung von Recycling-Papier.

1993

Im Jahr 1993 geht Voith wieder einen Schritt weiter in der Papier-Recycling-Technik: In diesem Jahr erfolgt die Inbetriebnahme der von Voith ge-
lieferten PM 11 für die Papierfabrik Schwedt - die erste Papiermaschine zur Herstellung von Zeitungsdruckpapier aus 100 Prozent Altpapier.

1994

Voith und der schweizer Sulzer Konzern vereinigen ihre papiertechnischen Aktivitäten im Joint Venture Voith Sulzer Papiertechnik.

1995

1995 ist ein Jahr der Jubiläumszahlen: Voith liefert die 1.000.000ste Turbo-
kupplung, den 100.000sten Retarder und das 25.000ste Turbogetriebe für Schienenfahrzeuge aus.

1997

Voith Hydro erhält den Zuschlag zur Lieferung von sechs Turbinen für eines der größten Wasserkraftwerke der Welt am Drei-Schluchten-Staudamm in China. Nach Österreich liefert Voith den Triple Star, eine der leistungsstärksten Papierherstellungsanlagen der Welt. Außerdem liefert Voith den 150.000sten Retarder und das 100.000ste Voith-Automat-Getriebe aus.

1998

Voith übernimmt die Firmen Scharfenbergkupplung in Salzgitter sowie Küsel Antriebe in Essen.

1999

In der bis dahin größten Akquisition der Firmengeschichte erwirbt Voith die  papiertechnischen Geschäftsfelder der britischen Scapa Group plc. und wird damit zu einem der führenden Anbieter von Siebe und Filzen für die Papierindustrie.

2000

Voith und Siemens ein Joint-Venture auf dem Gebiet der Wasserkraft-
technologie. Zudem erhöht Voith seine Beteiligung an der DIW Deutsche Industriewartung AG und erhält die industrielle Führung im Gesellschafterkreis.

2001

2001 übernimmt Voith Paper die papiertechnischen Bereiche der Jagenberg AG, die Hermann Finckh Maschinenfabrik sowie die Recycling- und Entwässerungsaktivitäten der Kvaerner Pulp & Paper in Norwegen.

2003

Voith Industrial Services steigt bei der Imo Hüther Gruppe in Ludwigshafen ein. Voith Paper verstärkt die Präsenz in Nordeuropa mit dem Erwerb von Pikoteknik in Finnland.

2005

Ende Mai 2005 baut Voith Industrial Services seine führende Position im Markt für technische Dienstleistungen aus und akquiriert die US-amerikanische Premier Group.
Voith Siemens Hydro erwirbt die Firma Wavegen in Inverness. Das 1990 gegründete schottische Unternehmen ist führend im Bau von Wellen-
energiesystemen sowie in der Forschung und Entwicklung dieser Technologie.

2006

Voith erwirbt die Mehrheit an der Hörmann Industrietechnik GmbH. Am 11. Mai öffnet das Voith Paper Technology Center in Heidenheim seine Pforten. Das weltweit modernste Papierforschungszentrum bietet die Möglichkeit, erstmals den kompletten Papierherstellungsprozess unter realen Bedingungen zu testen und zu optimieren. Damit wird ein Traum der Papierbranche Wirklichkeit: Schon heute das Papier von morgen in der Hand zu halten.

2007

Im Juli 2007 gründet Voith ein Joint-Venture für Gezeitenströmungs-
technologie mit der koreanischen Firma Renetec. Im November übernimmt Voith Siemens Hydro das österreichische Kleinwasserkraftwerksunternehmen Kössler mit Sitz in St. Georgen.

2008

Voith feiert mit 200 Kunden und Partnern aus aller Welt das 100-jährige Jubiläum der „Brunnenmühle“, die zuvor mit einer Investition von mehr als 20 Mio. Euro modernisiert wurde.

2009

Im April geben Voith Hydro und RWE Innogy die Gründung des Joint-Ventures Voith Hydro Ocean Current Technologies bekannt. Ziel des neuen Unternehmens ist, die Entwicklung, Produktion und Vermarktung der Meeresströmungstechnologie voranzutreiben.

2010

Voith expandiert in Indien und eröffnet in Vadodara ein neues Werk für Small Hydro-Komponenten und -Laufräder bis zu einer Leistung von 30 Megawatt.

2011

Im Sommer nimmt in Mutriku an der baskischen Küste das erste Wellenkraftwerk der Welt den kommerziellen Betrieb auf. Voith hat für diese Anlage des spanischen Energieversorgers Ente Vasco de la Energía (EVE) die Ausrüstung für die 16 Wellsturbinen-Einheiten geliefert. Sie haben eine Gesamtleistung von 300 Kilowatt und produzieren ausreichend Strom für 250 Haushalte.

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